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Radtourismus und Pilgerregion Labertal als Initiativ-Projekte

Veröffentlicht am 16.08.2009 in Regionalpolitik

AK Kommunales tagte in Geiselhöring – „Mit Tourismus auf dem richtigen Weg“
Geiselhöring: Der SPD-Arbeitskreis Kommunales befasste sich bei seiner Sitzung am vergangene Feitag in Geiselhöring mit dem Thema Tourismus. Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Volkswirtschaft, der aber im Landkreis Straubing-Bogen und speziell im Labertal nicht ernst genommen wird. Selbst in den Landkreis-Gemeinden die im Tourismusgebiet Bayerischer Wald liegen, schlummert viel Potential. Die Landkreis-SPD ist der Meinung, dass der Tourismus als zusätzliches Standbein die Wertschöpfung in der Region ergänzen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen kann. Angelehnt an einen touristischen Masterplan Ostbayern/Bayerischer Wald/Böhmen/Oberösterreich, den derzeit Reinhold Perlak MdL und Bundestagskandidat Michael Adam erarbeiten, will der Arbeitskreis Kommunales praxisorientierte Anregungen erarbeiten, die vom Landkreis Straubing-Bogen, den Kommunen, der Gastronomie bzw. den Gewerbetreibenden oder auch von Vereinen umgesetzt werden können.

AK-Sprecher Heinz Uekermann konnte eine lange Reihe engagierter Genossen im Biergarten des Brauereigasthofes Erl in Geiselhöring begrüßen, obwohl sich viele Interessierte aus dem Urlaub entschuldigt hatten. „Ein Zeichen, dass wir mit dem Thema Tourismus richtig liegen“, so der Fraktionsvorsitzende der Landkreis-SPD. „Selbst im Kreistag ist es der SPD endlich gelungen, einen eigenen Ausschuss „Tourismus und Entwicklung“ durchzusetzen und den Wirtschaftsfaktor Tourismus entsprechend zu positionieren. Bei vielen Kreisräten und dem Landratsamt ist dies jedoch noch nicht angekommen.“ Ziel des Arbeitskreises im Bereich Tourismus sei die Entwicklung eines praxisorientierten Leitfadens, der Kommunen, Gastronomen und Gewerbetreibenden Hilfe zur Entwicklung und Umsetzung geeigneter Projekte bietet, so Uekermann weiter. „Viele gute Projekte sind leider Einzelaktionen weniger, findiger Personen, aber eine durchgehende Linie fehlt – ja manchmal hat man den Eindruck, die anderen, die aber auch von diesen Ideen profitieren, neiden dem Mutigen den Erfolg.“

Ähnliches wusste Rainer Pasta, Sprecher des SPD-AKs Labertal zu berichten. „Seit 10 Jahren arbeiten wir hier im Labertal an touristischen Konzepten, um einen weiteren wichtigen Wirtschaftsfaktor zu etablieren, doch Gastronomie und Gewerbe zeigen wenig Interesse an einer touristischen Entwicklung im Labertal. Viele Ideen wurden wohl in der Vergangenheit auch verworfen, nur weil sie einem „Erlebnispark EGRU“ Konkurrenz geboten hätten. Mit diesem Projekt sind die ‚Bremser’ wohl nun endgültig auf dem Bauch gelandet, aber die Region hat 10 Jahre Entwicklung verloren.“ Ähnliches wussten die Genossen aus den Bayerwald-Gemeinden zu berichten: „Wenn eine Gemeinde wie Miltach den Donau-Regen-Radweg geschickt und offensiv vermarktet, warum können das die am Radweg liegenden Gemeinden in unserem Landkreis nicht auch?“ fragte sich Willi Zirngibl aus Ascha und Hannes Forster aus St. Englmar vermisste eine interkommunale und überregionale Zusammenarbeit der Landkreis-Gemeinden in Sachen Tourismus.

In der folgenden Diskussion wurde schnell klar, dass einerseits reichlich touristische Attraktionen in der Region vorhanden wären, andererseits aber auch viele Defizite in der Infrastruktur und Vermarktung offen liegen. Ortsvorsitzender Johannes Faden, legte den Fokus, nachdem er den AK Kommunales in Geiselhöring begrüßt hatte, auf das Projekt des AK Labertal, den „Europäischer Pilgerweg VIA NOVA und die Pilgerregion Labertal. Faden beschrieb kurz das kulturelle Potential im Labertal und die Möglichkeiten der touristischen Nutzung. Daniel Süß brachte die touristische Anziehungskraft Straubings in die Diskussion ein: „Das erlebt man derzeit besonders durch das Gäubodenfest – aber auch während des Jahres ist Straubing ein Tourismus-Magnet, auch für den Landkreis.“ Süß erinnere aber auch an die Anziehungskraft der Gemeinden in der Region, z.B. die Städte Bogen und Geiselhöring oder den Märkte Mallersdorf sowie Gemeinden wie St. Englmar oder Schwarzach, die es zu nutzen gilt. Josef Bergbauer forderte eine verbesserte Wahrnehmung der eigenen Potentiale und die Einbindung der freifließenden Donau in das touristische Leitbild. Willi Zirngibl warb für eine enge regionale Vernetzung der touristischen Angebote und eine Ausweitung der Kontakte nach Tschechien und Oberösterreich. „Gerade von den Österreichern“, so Zirngibl, „können wir nur lernen.“

Herbert Auch-Schwelk sprach mit der Gäubodenbahn und dem ÖPNV dann auch die ersten infrastrukturiellen Defizite an, die es zu beseitigen gilt, will man einen attraktiven Tourismus in der Region etablieren. Angefangen vom touristisch brachliegenden Labertal-Radweg über die fehlende Zusammenarbeit der Museen in der Region bis hin zu den wenigen Service-Angeboten in der Region reichte die Aufgabenliste. Rainer Pasta ergänzte die zwingende Einbindung von Kommunen, Gastronomie und Gewerbe in eine touristische Entwicklung.

Heinz Uekermann fasste abschließend die Ergebnisse und Aufgabenstellung zusammen. „Unser Ziel muss es sein, Ideen zu sammeln und zu gliedern, Informationen anzubieten und einzelne Projekte anzuregen. Dabei ist es wichtig, dass jede Gemeinde ihre Stärken herausarbeitet und sich so ein vielfältiges Miteinander und keine gegenseitige Konkurrenz entwickelt. Auch so kann man Steinmeiers Deutschland-Plan umsetzen!“. Für den nächsten Termin des AK Kommunales zum Thema Tourismus einigte man sich auf den 14. September in Bodenmais.

Foto: SPD-AK Kommunales tagte in Geiselhöring: stehend v.l. Kreisvorsitzender Daniel Süß, AK-Sprecher und Fraktionsvorsitzender im Kreistag Heinz Uekermann, OV-Vors. aus Perkam/Pilling Erich Reindlmeier, OV-Vors. aus Hainsbach Franz Bayer, sitzend v.l. Herbert Auch-Schwelk, Josef Bergbauer, OV-Vors. aus Geiselhöring Johannes Faden, Willi Zirngibl (Ascha) Rainer Pasta (AK-Labertal) und Hannes Forster (St. Englmar)

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